Augen lasern: Mit kleineren Problemen zum Ziel!

Die Informationsbeschaffung

Im zarten Alter von 25 Jahren habe ich mich das erste Mal ernsthaft mit dem Thema Augenlaserkorrektur beschäftigt. Natürlich bin ich schnell auf nahegelegene Kliniken gestoßen die immer gerne ihre Dienste anbieten und mit grandiosen Sonderpreisen locken.

Ich habe dann auch tatsächlich einen Beratungstermin bei CareVision in Nürnberg vereinbart. Das Ambiente war sehr schön, die Mitarbeiter am Empfang waren sehr freundlich und hilfsbereit. Nach einigen Untersuchungen und Messungen hieß es dann es würde alles wunderbar passen. Hornhautstärke ist auf jeden Fall ausreichend und auch die Werte liegen im optimalen Bereich (zu dieser Zeit -2,5 links und rechts). Anschließend wurde auch noch das Thema Preis angesprochen. Alles in allem waren es ca. 2.000 € (bitte nagelt mich nicht darauf fest, denn es ist doch schon einige Jahre her). Was mich allerdings dann doch sehr verunsichert hat, war das wirklich penetrante Drängen auf einen OP-Termin. Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten aber die wurde einfach nur beiseite gewischt. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass ich die Praxis erst wieder verlassen „darf“ wenn ich einen Termin vereinbart habe. Gesagt, getan. Mit Termin (in 3 Monaten) im Gepäck fuhr ich nach Hause und befragte wieder einmal meinen Freund Google. Über verschiedene Verfahren, Kliniken, Operateure, Voraussetzung und, und, und. Ich bin nicht selten auf den Hinweis gestoßen, dass sich das Auge bis zum 30. Lebensjahr noch verändern kann und eine solche OP im Idealfall erst dann bzw. wenn die Dioptrien sich zwei Jahre lang nicht verändert hat, machen lassen soll. Der Termin wurde gecancelt. Nicht zuletzt weil ich mit der Art und Weise wie man zu diesem Termin gedrängt wird nicht einverstanden bin.

Jahre später, dann der neue Anlauf

Ich habe mit 29 meinen Motorradführerschein gemacht und festgestellt, dass ich mit Brille nicht fahren kann. Der Druck der Bügel ist einfach zu schmerzhaft. Kontaktlinsen gingen eine Zeitlang, allerdings konnte ich die Kopfschmerztabletten dann immer gleich mit einpacken. Ich denke meine Augen waren zu trocken um ein langes Tragen möglich zu machen.

Nach vielen Stunden des Internet Durchforstens, des Lesens endlos scheinender Artikel und des Abwägens des Für und Wider bin ich auf die Praxis von Dr. Christmann in München aufmerksam geworden. Die Homepage, die Bewertungen bei Jamenda, die Telefonate mit den Mitarbeitern und auch das zugesandte Informationsmaterial machten einen sehr professionellen Eindruck. Auch wird in den Unterlagen gleich betont, dass es Risiken gibt, welche das sein können und dass es sicherlich keine Ergebnisgarantie gibt. Zumindest machen sie keine falschen Hoffnungen, dachte ich mir. Ich vereinbarte einen Beratungstermin am 30.03.2015 (Mittlerweile habe ich meinen 30 Geburtstag gefeiert) in dem lediglich vermessen wird und die verschiedenen Möglichkeiten beleuchtet werden. Dieses Gespräch war allerdings ohne den Doc. Das war aber nicht weiter tragisch. Ich wurde ausführlich beraten, wurde mehrfach gefragt ob ich noch etwas wissen möchte und bei meiner Anfrage nach einem evtl. möglichen Termin wurde mir empfohlen mir ein paar Tage Bedenkzeit zu nehmen (Wer hätte das gedacht?! So kann es also auch laufen). Man muss dazu sagen, dass es den OP-Termin nicht einzeln gibt. Das heißt, der Termin besteht immer aus zwei Tagen. Am ersten, wird noch einmal genau vermessen und viele verschiedene Tests gemacht. Außerdem gibt es dann (endlich) das Beratungsgespräch mit dem Doc. Am zweiten Tag dann die eigentliche OP. Beide Tage folgen direkt aufeinander, damit die Werte so aktuell wie möglich sind.

Ich muss sagen, dass ich mir die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. So viele Einträge in Foren in denen geschildert wird, was alles schief gelaufen ist und wie diese Personen nun darunter leiden. War es das wirklich wert? Brille ist doch auch ganz ok, oder? Glücklicherweise habe ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis einige Personen die dieses Eingriff (wenn auch mit evtl. anderem Verfahren) bereits durchführen lassen haben und wahnsinnig glücklich damit sind, sonst hätten die negativen Eindrücke mich total entmutigt. Den eigentlichen Ausschlag, gab aber das Beratungsgespräch mit Herrn Dr. Christmann am 23.04.2015. Ich wollte erst den Arzt kennenlernen und meine Fragen stellen die ich mir in der Zwischenzeit notiert hatte und dann entscheiden. Den OP-Termin kann man da nämlich immer noch absagen (abzgl. einer Gebühr für die bereits gemachten Untersuchungen versteht sich.) Aber das wäre es mir wert gewesen.

Die Beratung

Am 23.04.2015 nun also das Gespräch mit dem Doc. Er fragte mich nach meinem Wunschergebnis, malte mir Bilder zum leichteren Verständnis, und erklärte mit einer Engelsgeduld jede noch so kleine Frage. Ich war begeistert. Er machte auch ganz klar auf alle Risiken aufmerksam, aber ich hatte trotzdem ein gutes Gefühl. Nicht zuletzt, weil er sich wirklich wahnsinnig viel Zeit gelassen hat. Kein hektisches Herumlaufen oder auf die Uhr schauen, weil gleich der nächste Termin kommen könnte. (Das sind die Vorteile einer Privatpraxis). Wir entschieden uns für eine FEMTO-LASIK. Also zwei Laser. Der erste bildet den Flap und der zweite macht die eigentliche Korrektur. Kostenpunkt inklusive der Medikamente und der Abdeckklappen für die ersten Nächte 4.000 €. Am nächsten Tagen sollte es also soweit sein.

Der OP-Tag

Die letzte Nacht war nicht sehr erholsam. Ich war nervös und drauf und dran alles über Bord zu werfen. Zum Glück war in der ganzen Zeit mein Freund an meiner Seite und hat mich beruhigt und mir Mut gemacht. Nach einem kleinen Frühstück (man sollte unbedingt vorher etwas gegessen haben damit der Kreislauf nicht schlapp macht) waren wir dann um 9:45 Uhr (10:00 Uhr war Termin) in der Praxis. Man hörte, dass der Laser lief und offensichtlich gerade jemand operiert wurde. Also noch mal hinsetzen und warten. Den angebotenen Kaffee lehnte ich dankend ab. Ich war schon aufgeregt genug. Nach ein paar Minuten kam eine leicht benommen wirkende Dame in den Aufenthaltsbereich doch sie wirkte schon sehr glücklich. Natürlich musste ich frage wie sich fühlt und wie es ihr geht – sie war, direkt nach der OP, super zufrieden mit dem Ergebnis. Ist das wirklich möglich?

Nun war ich an der Reihe. Ich bekam eine Beruhigungstablette und Überzieher für meine Schuhe sowie eine OP-Haube. Auch mein Freund wurde so ausgestattet, denn er durfte mit in den OP und am Rand auf einem Stuhl Platz nehmen um alles über einen Monitor genau zu beobachten. Ich legte mich auf eine Liege und wurde unter den ersten Laser geschoben. Es wurde noch einmal die Werte verglichen (Name, Dioptrien usw.) damit auch alles richtig eingestellt wird. In Beide Augen wurde erst ein Betäubungsmittel getropft und anschließend wurden die Fixierungsringe angebracht. Das war nicht sehr angenehm, aber auch nicht schmerzhaft. Es fühlt sich an, als würde sich da etwas festsaugen. Trotz des eingesetzten Rings muss man unbedingt die Augen so weit wie möglich geöffnet halten, was gar nicht so einfach ist. Das Team, war prima eingespielt und mir wurde immer gesagt, was gerade passiert und wie lange das dauern wird. Bitte auf das grüne Licht schauen und dann sind es 12, 11…. Sekunden. Jede Sekunde wurde einzeln runter gezählt, was das ganze wirklich erträglich gemacht hat. Bei beiden Augen wurde der Flap „geschnitten“. Alles was ich jetzt noch erkennen konnte war ein verschwommenes Leuchten. Keine Umrisse oder Ähnliches waren mehr zu erkennen. Ich wurde unter den zweiten Laser geschoben. Auf beiden Seiten war es eine unterschiedlich lange Laserdauer, da einfach beide Augen nicht identisch sind. Einmal habe ich wohl mein Auge bewegt, was aber nicht schlimm war, denn der Laser schaltete sofort ab. Ich habe es selbst nicht einmal bemerkt. Nun noch einmal gründlich ausspülen und dann wieder zuklappen. Anschließend gab es noch Verbandslinsen, die aber in ein paar Stunden schon wieder herausgenommen werden würden. Das war nun also geschafft. Ich stand auf und ging zusammen mit meinem Freund wieder in den Aufenthaltsbereich. Eine halbe Stunde musste ich warten, dann wurde noch einmal der Sitz des Flap und der Verbandslinse überprüft. In dieser Zeit konnte ich dann den vorher angebotenen Kaffee trinken und schon einmal die neuen Sehverhältnisse prüfen. Es war alles ein wenig milchig und verschwommen, aber ich konnte bereits die Uhr über der Tür lesen (ca. 5 Meter) was vorher nicht möglich gewesen ist, denn ich war mittlerweile bei -3,75 Dioptrien beidseitig. Nach einer ausführlichen Erklärung der Medikamente und der Augenklappen konnte ich erst einmal gehen. Um 14:00 Uhr sollte ich dann wieder in der Praxis vorbei schauen.

Nach der OP

Die ersten Stunden direkt nach der OP waren alles andere als angenehm. Ich habe versucht die Zeit in einem Einkaufszentrum zu vertrödeln, da ich an sich ja fit war. Allerdings war das keine gute Idee. Waren die Augen offen, war ich trotz Sonnenbrille sehr lichtempfindlich und wurde sehr leicht geblendet. Natürlich schien an diesem Tag die Sonne als wäre es Hochsommer. Ein längeres Öffnen war einfach nicht möglich. Habe ich sie geschlossen, fingen sie an zu brennen. Ähnlich dem Gefühl beim Zwiebeln schneiden, nur stärker. Das Ganze hat mich dann doch ziemlich geschlaucht, also ging es ab ins Auto. Dort konnte ich mir zusätzlich zu meiner Sonnenbrille noch ein Tuch über die Augen legen und einfach ein bisschen Dösen. Ich glaube ich bin sogar eingeschlafen, denn als ich wieder wach wurde, waren wir bereits wieder bei der Praxis angekommen. Es war Zeit für die zweite Nachkontrolle und das Entfernen der Verbandslinsen. Kaum wach war das Brennen verschwunden.

Diese Kontrolle verlief auch Problemlos. Die Flaps saßen an der richtigen Stelle und bis auf eine kleine Rötung auf einer Seite war nichts Auffälliges zu sehen. Wie sich später rausstellte, war diese Rötung eine Reaktion auf Pollen, also Heuschnupfen, von dem ich bisher allerdings nichts gemerkt hatte. Die Verbandslinsen wurden sehr vorsichtig mit einer Pinzette entfernt und ich bekam einen neuen Termin für den nächsten Morgen. Kaum waren die Linsen raus, war das Brennen wieder da. Allerdings hielt es diesmal nur kurz an. Nach nicht mal einer Stunde war das vorbei. Nun ging es von Stunde zu Stunde Bergauf. Ich habe, so wie geheißen, getropft und für die Nacht die Klappen auf die Augen geklebt. Alles kein Problem.

Als ich am Morgen danach aufgewacht bin, konnte ich es nicht erwarten. Klappen runter, tropfen rein und dann ein Blick aus dem Fenster (1. Stock) um zu entdecken was es da so alles gibt. Ich war sprachlos. Ich konnte Kennzeichen auf der anderen Straßenseite lesen, einzelne Blätter an Bäumen erkennen und noch so einiges mehr. Es war unglaublich das alles ohne Brille erkennen zu können.

Auch die dritte Nachuntersuchung, mit der gleich noch ein neuer Sehtest verbunden war, wurde mit Bravour absolviert. 160 % (wenn es das geben würde) war das Ergebnis. Nach einigen Ratschlägen, Informationen und dem Verweis auf „wenn irgendetwas sein sollte, melden Sie sich, egal wann“ ging es also wieder ab nach Hause. Ich bekam noch ein Zertifikat für die Führerscheinstelle und einen neuen Vermessungsbefund für den Augeninnendruck, da diese Messung mit der verminderten Hornhautdicke ja dann auch abweicht.

Die Umgewöhnung

Es ist schon eine riesige Umstellung gewesen. Die ersten Wochen war ich sehr vorsichtig. Duschen, Abtrocken oder auch tagsüber nicht an den Augen zu reiben war schon eine kleine Herausforderung. Ich habe regelmäßig getropft und auch die Augenklappen fleißig benutzt. Da ich diesbezüglich eher übervorsichtig bin, habe ich die Klappen sogar noch ein paar Tage länger getragen.

Nach ca. zwei Wochen fand ich mich dann bei meinem ortsansässigen Augenarzt wieder. Leider war die Vermutung von Dr. Christmann richtig und habe tatsächliche eine Allergie gegen bestimmte Pollen entwickelt. Da bei dem Eingriff auch die Tränenbildung bzw. der Transport der Tränen gestört wird, hatten diese nun also sehr viel Zeit ihre Reize in meinen Augen abzugeben und ich musste mich wegen Rötungen und Juckreiz behandeln lassen. Nach einer Woche mit verschiedenen Medikamenten versuchte ich die Praxis von Dr. Christmann zu erreichen. Lieder vergebens. Am 19.05.2015 griff ich dann auf die WhatsApp-Lösung zurück (Ja, dieser Arzt ist über praktisch jeden Weg erreichbar). Ich schilderte so ausführlich wie möglich, was mein Problem war, welche Medikamente sein Kollege einsetzte und fragte ihn nach seiner Meinung zu dieser Behandlung. Ca. eine Stunde später bekam ich eine sehr detaillierte Erklärung warum das alles so ist wie es ist und letztlich auch sein OK für diese Art der Medikation. Das hat mich sehr beruhigt. Ich habe mich dann also mit Heuschnupfenmitteln aller Art eingedeckt und auch einen Vorrat an befeuchtenden Augentropfen angelegt bis das alles wieder so funktioniert wie es soll.

Nach etwa einem halben Jahr hat das trockene Gefühl in den Augen, welches ich nach der Heuschnupfenbehandlung hatte langsam nachgelassen. Ich brauchte die Tropfen immer seltener und auch jetzt nehme ich sie nur wenn ich wirklich lange sehr trockener Luft ausgesetzt bin.

Heute

Nun ist fast ein Jahr vergangen. Ich habe endlich meinen Führerschein umschreiben lassen und bin mit der Umgewöhnung durch. Ich denke nicht mehr darüber nach, dass ich die Kontaktlinsen ja vor dem zu Bett gehen noch raus nehmen muss, so wie in den ersten Wochen immer wieder, um dann nach einer Sekunden mit einem Grinsen festzustellen, dass ich ja gar keine benutze.

Ich wache zwar jeden Morgen mit trockenen Augen auf, aber das erledigt sich meist innerhalb von wenigen Minuten ohne weiteres Zutun meinerseits. Alles in allem bin ich, trotz der „Komplikationen“ durch den Heuschnupfen, sehr zufrieden und würde nach jetzigem Wissensstand diese Entscheidung wieder so treffen.

Mitte Mai 2016 habe ich einen Routinetermin bei meinem Haus-Augenarzt (Eine jährliche Kontrolle sollte man ja eh immer machen, nach so einer OP aber erst recht). Ich würde diesen Eintrag dann evtl. noch ergänzen.

Ich hoffe, dass euch meine Erfahrungen weiter helfen und euch bei der Entscheidung helfen.

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