Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung wird auch Konjunktivitis genannt. Die Ursachen, warum diese Augenkrankheit auftritt, können unterschiedlich sein. Zu erkennen ist eine Bindehautentzündung an der Rotfärbung des sonst weißen Bereiches der Augen. Man unterscheidet 6 Formen der Bindehautentzündung.

Mechanische Ursachen für eine Bindehautentzündung

Durch Staub, Rauch oder trockene Luft kann eine mechanische Bindehautentzündung hervorgerufen werden. Symptome sind unter anderem die bekannte Rötung, aber auch Juckreiz, geschwollene Augenlider, verklebte Augen, schleimiger Ausfluss und Verengung der Lidspalte. Eine knötchenförmige Bindehautentzündung wird durch Haare von Raupen oder Insektenstacheln hervorgerufen. Die ersten Symptome sind gleich, wie bei einer herkömmlichen Bindehautentzündung. Allerdings entwickeln sich bei dieser Form der Augenerkrankung noch Knötchen in der Bindehaut. Um das zweite Stadium zu vermeiden, müssen Fremdkörper rechtzeitig aus dem Auge entfernt werden. Ist der Tränenfilm zu gering, kommt es zu einer Reibung und in dessen Folge zu einer Bindehautentzündung. Diese Form wird trockene Bindehautentzündung genannt. Träger von weichen Kontaktlinsen oder Glasaugen leiden unter der gigantopapillären Bindehautentzündung. Es könnte eine allergische Reaktion auf gewisse Eiweiße sein, die an Linsen oder Glasaugen haften.

Durch Allergie hervorgerufene Bindehautentzündung

Allergien können eine Bindehautentzündung hervorrufen. Bekannt ist die Pollenallergie, aber auch empfindliche Reaktionen auf Make-Up, Medikamente oder Staub, können die Augenkrankheit hervorrufen. Häufig kommt bei einer allergisch bedingten Bindehautentzündung eine Lidschwellung sowie Granulozyten in der Tränenflüssigkeit vor. Einige Personen leiden an einer periodisch auftretenden Bindehautentzündung, die sowohl durch Bakterien als auch Allergien ausgelöst wird. Charakteristisch für die Augenkrankheit sind die grauen Knötchen, die aus Plasma- und Lymphzellen bestehen. In manchen Fällen wird auch die Hornhaut geschädigt, die in weiterer Folge vernarbt. Oft tritt diese Bindehautentzündung bei Tuberkulose auf. Es ist daher notwenig, einen Tuberkulintest machen zu lassen. Der Frühjahrskatarrh geht mit einer Bindehautentzündung einher. Warum diese auftritt, ist noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass es ein Zusammenspiel von Allergenen und Umweltfaktoren ist. Tritt diese Form der Bindehautentzündung bei Jugendlichen oder Kindern auf, äußert sie sich als Fremdkörpergefühl im Auge.

Bakterielle Formen der Bindehautentzündung

Häufig wird die Augenerkrankung durch Bakterien wie Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken ausgelöst. Diese Form der Bindehautentzündung tritt immer an beiden Augen auf. Auf der Bindehaut bilden sich Beläge, es fließt ein eitriges Sekret aus. Neugeborene sind häufig von einer Bindehautentzündung betroffen, die durch Gonokokken hervorgerufen wird. Diese Gonokokken sind die Auslöser von Gonorrhoe, auch als Tripper bekannt. Die Übertragung erfolgt bei der Geburt. Nach etwa zwei bis vier Tagen treten die ersten Symptome auf. Das Auge ist vereitert und immer zugekniffen. Neben der roten Bindehaut sind noch die geschwollenen Lider ein Anzeichen für eine Erkrankung. Das Sekret, das aus dem Auge fließt, ist hoch infektiös. Es kann sogar bis zur Erblindung des Säuglings führen. Diphterieerreger können ebenfalls eine Bindehautentzündung auslösen. Es ist die schwerste Form dieser Augenerkrankung. Im schlimmsten Fall stirbt die Haut an der Rückseite der Lider ab. Weitere Symptome sind geschwollene Lymphknoten, hohes Fieber und stark vereiterte Augen. Das Paratrachom wird umgangssprachlich als Schwimmbadkonjunktivitis bezeichnet. Das kommt daher, dass die Infektion meist in einem Schwimmbad passiert. Auslöser für diese Bindehautentzündung sind Chlamydien. Diese Infektion ist hauptsächlich in Industrieländern zu beobachten. Chlamydien sind eigentlich Bakterien, die im Intimbereich vorkommen. Über das Wasser gelangen sie in die Augen. Bei Neugeborenen kann durch dieses Bakterium ebenfalls eine Bindehautentzündung ausgelöst werden. Es kann einige Wochen dauern, bis die Entzündung abgeklungen ist. Bei Erwachsenen können noch Begleiterscheinungen wie Probleme am Geschlechts- oder Harnapparat auftreten. Neugeborene können auch noch an Lungenentzündung, Magendarmgrippe oder Entzündungen im Rachen- und Bronchienbereich leiden.

Virale Bindehautentzündung

Viele Kinderkrankheiten können als Nebenerscheinung eine Bindehautentzündung verursachen. Dazu gehören Krankheiten wie Windpocken, Masern oder Röteln. Meist jedoch ist diese Augenerkrankung nicht besonders ausgeprägt und verschwindet, wenn die Grundkrankheit behandelt wird. Meldepflichtig ist eine Bindehautentzündung, wenn sie durch den Adenovirus verursacht wird. Diese ist hochinfektiös, bei der Behandlung ist absolute Hygiene und die Desinfektion von Händen und Handtüchern wichtig. Durch das Enterovirus wird die hämorrghagische Bindehautentzündung hervorgerufen. In den Regionen von Afrika, Asien und Europa brechen regelmäßig Epidemien aus. Übertragen wird die Augenerkrankung durch Tränenflüssigkeit, Stuhl und dem Atemsekret. Die Augen sind extrem rot und geschwollen, auch Blutungen können auftreten. Ebenfalls kann sich ein Lidödem bilden, das sich jedoch nach ein paar Tagen wieder rückbildet. Nur selten ist die Hornhaut beteiligt. Vereinzelt kann es zu neurologischen Komplikationen kommen.

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Pilze und Parasiten als Ursache für Bindehautentzündung

Nur in den Tropen kommt die Infektion mit dem Fadenwurm vor. Dieser ist etwa 7 cm lang und kann ohne Lupe oder anderem Hilfsmittel im Auge erkannt werden. Wird das Auge mit einer Spaltlampe untersucht, flüchten die Würmer. Behandelt werden kann nur, in dem das Auge lokal betäubt wird. Danach wird der Wurm entfernt. Ebenfalls nur in den Tropen oder Südtropen kommt eine Infektion mit Fliegeneiern vor. Nur selten sind Pilze der Auslöser für eine Bindehautentzündung. In diesen Fall sind auch andere Abschnitte an den Augen betroffen.

Therapie

Wie eine Bindehautentzündung therapiert wird, kommt auf den Auslöser an. Wenn andere Krankheiten diese Augenkrankheit auslösen, wird die Grunderkrankung behandelt. Zusätzlich werden Medikamente in Form von Tropfen oder Salben verabreicht, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Handelt es sich um eine bakterielle Bindehautentzündung, muss der Arzt feststellen, welcher Erreger dafür verantwortlich ist. Auf Grund des Ergebnisses wird das Antibiotikum, dass dem Patienten verschrieben wird, abgestimmt. Bei einer Entzündung der Bindehaut, die durch eine Allergie hervorgerufen wurde, ist das Allergen herauszufinden. Das geschieht mittels eines Allergietests. Dem Patienten werden auf Rücken oder Unterarme verschiedene Allergene aufgebracht. Durch einen kleinen Stich kommen diese Flüssigkeiten unter die Haut. Zeigt sich an einem oder mehreren Punkten eine Rötung, ist der Patient allergisch. Danach kann mit einer Hypersensibilisierung begonnen werden. Der Patient bekommt regelmäßig verdünnte Allergene injiziert. Dadurch gewöhnt sich der Körper an das Allergen.

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Hausmittel bei Bindehautentzündung

Bevor Hausmittel angewendet werden, muss die Ursache der Bindehautentzündung vom Arzt abgeklärt werden. Jedes Naturheilmittel darf nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt angewendet werden. Ganz gleich, welches Hausmittel man anwendet, es ist auf absolute Sauberkeit zu achten. Sterile Kompressen sind hervorragend geeignet, um die Augen mit Tee zu behandeln. Der aufgebrühte Tee sollte mit Kaffeefilter abgeseiht werden. Das verhindert, dass Reste der Pflanzen ins Auge gelangen. Ein Tee mit Augentrost ist ein gutes Hausmittel, um die Behandlung von Bindehautentzündung zu unterstützen. Dazu benötigt man eine Teelöffel Kraut, das mit 250 ml kochendem Wasser aufgegossen wird. Nach einer Zugzeit von ca. 10 Minuten wird der Tee abgeseiht. In den lauwarmen Tee wird eine Kompresse getunkt und auf die Augen gelegt. Alternativ kann das Auge auch ausgewischt werden. Wichtig ist die Richtung, in der gewischt wird. Das sollte immer von außen nach innen geschehen. Augentrost gibt es auch als Tropfen in der Apotheke. Kühlung und Linderung der Beschwerden versprechen Schwarzteebeutel. Diese werden ganz normal mit heißem Wasser übergossen. Danach werden sie jedoch in den Kühlschrank gelegt. Die kalte Kompresse lindert das Brennen und entspannt das Auge. Nach einmaliger Verwendung ist der Teebeutel zu entsorgen. Antiseptisch wirkt Eichenrinde. Sie ist in der Apotheke erhältlich. Ein Teelöffel Rinde wird mit kaltem Wasser vermischt und zum Kochen gebracht. Nach etwa 3 Minuten wird der Sud abgeseiht. Lauwarm wird die Kompresse auf das Auge gelegt. Diese sollte etwa 10 Minuten verbleiben. Die Behandlung mit Kompressen kann mehrmals am Tag durchgeführt werden. Der Sud muss jedoch jedes Mal frisch zubereitet werden. Es könnten sich sonst Bakterien in dem Tee sammeln, diese würden eine Verschlechterung des Zustandes hervorrufen.

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