Gerstenkorn

Der medizinische Fachausdruck für Gerstenkorn lautet Hordeolum, abgeleitet vom lateinischen Wort für Gerste. Umgangssprachlich wird es, je nach Region auch Gerschtl, Gritli oder Wern bezeichnet. Es handelt sich um eine eitrige Entzündung an den Drüsen der Augenlider. Dieser Abszess kann nach innen oder außen durchbrechen. Handelt es sich bei der Augenkrankheit Gerstenkorn um ein Hordeolum externum, also ein äußeres Gerstenkorn, sind die Schweißdrüsen oder die Talgdrüsen betroffen. Ein inneres Gerstenkorn bricht nach innen auf, wobei hier die Talgdrüsen, die am Lidrand sitzen, betroffen sind. Oft wird auch ein sogenanntes Hagelkorn als Gerstenkorn bezeichnet. Der Unterschied liegt darin, dass ein Hagelkorn, auch Chalazion genannt, schmerzfrei verläuft, jedoch chronisch ist. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Meibomdrüse.

Ursachen für ein Gerstenkorn

Hauptsächlich wird das Gerstenkorn von Staphylokokken übertragen, bei nur etwa 5 bis 10% der Fälle ist der Auslöser eine Infektion mit Streptokokken. Die Infektion ist harmlos. Tritt sie allerdings häufiger auf, ist das ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem geschwächt ist. Es wurde beobachtet, dass Personen, die an Diabetes mellitus leiden, anfälliger für das Auftreten eines Gerstenkorns sind. Mangelt es bei der Gerstenkorn Behandlung an Hygiene, kann eine Wiederinfektion erfolgen. Aber auch das Auftragen von Make-up und das Tragen von Kontaktlinsen kann eine Wiederinfektion hervorrufen. Es ist daher notwendig, auf Kontaktlinsen zu verzichten, bis das Gerstenkorn vollständig abgeheilt ist. Make-up sollte vorsichtig aufgetragen werden, dazu ist ein Watte Pad zu verwenden, der nach dem Auftragen entsorgt wird.

Symptome vom Gerstenkorn

Das Gerstenkorn tritt plötzlich auf. Von den ersten Anzeichen, wie Schmerzen am Lidrand bis zur Bildung des typischen Korns können nur wenige Stunden vergehen. Charakteristisch ist der eitrige Punkt in der Mitte, der etwa die Größe eines Stecknadelkopfes hat. Je nach Ausprägung kann auch die Bindehaut betroffen sein. Sie ist stark gerötet und geschwollen. Liegt das Gerstenkorn tiefer, wölbt sich der Lidrand vor. Hin und wieder ist das Gerstenkorn auch mit Fieber verbunden. Nur selten treten Komplikationen wie Abszesse am Lid oder eine Entzündung des ganzen Auges auf. Ebenso selten sind Thrombosen als Folgeerscheinung zu beobachten.

Behandlung vom Gerstenkorn

Das Gerstenkorn ist eine harmlose Augenkrankheit, dennoch sollte es von einem Facharzt begutachtet werden lassen. Es könnte sein, dass der Patient an Diabetes leidet, ohne es zu wissen. Eine entsprechende Blutuntersuchung gibt darüber Aufschluss. Das Gerstenkorn spricht gut auf die Behandlung mit antibiotischen und desinfizierenden Salben und Tropfen an. Die Bestrahlung mit Rotlicht ist ebenfalls empfehlenswert. Keinesfalls sollten warme und feuchte Umschläge gemacht werden. Diese würden die Haut aufweichen, Keime könnten verschleppt werden. Bei der Behandlung ist Hygiene besonders wichtig. Wird eine Salbe aufgetragen, muss das mit einer sterilen Kompresse geschehen. Diese muss nach der Verwendung entsorgt werden. Vor und nach dem Auftragen der Salbe müssen die Hände desinfiziert werden. Im Normalfall bricht ein Gerstenkorn von selbst auf. Ist das nicht der Fall, muss es vom Arzt geöffnet werden. Niemals darf man selbst versuchen, es zu öffnen. Die Erreger könnten in die Venen gelangen und dadurch das zentrale Nervensystem erreichen.

Hausmittel können beim Gerstenkorn helfen

Zusätzlich zur herkömmlichen Behandlung mit Salben und Tropfen, kann ein Gerstenkorn mit Hausmitteln behandelt werden.

Bockshornkleesamen gibt es in der Apotheke in gemahlener Form. Um einen Umschlag herzustellen, benötigt man einen Esslöffel des Kleesamens und heißes Wasser. Der Bockskleesamen wird mit so viel heißem Wasser vermengt, dass ein Brei entsteht. Dieser wird auf ein Leinentuch gestrichen. Nachdem er abgekühlt ist, legt man ihn auf das betroffene Auge, wo er etwa eine halbe Stunde bleibt. Zum Abtupfen und Reinigen bei einem Gerstenkorn eignen sich sowohl Fenchel als auch Kamillentee. Diese müssen jedoch nach dem Aufbrühen durch einen Kaffeefilter gesiebt werden. Nur so bleibt der Tee frei von Pflanzenresten. Ebenfalls empfehlenswert ist Augentrost. Das Kraut bekommt man in der Apotheke. Aus Augentrost wird Tee zubereitet. Zwei Teelöffel Augentrost werden mit kochendem Wasser übergossen. Danach braucht es 8 Minuten, bis der Tee abgeseiht werden kann. Lauwarme Umschläge für die Dauer von etwa 30 Minuten helfen bei der Behandlung vom Gerstenkorn. Naturtrüber Apfelessig eignet sich ebenso zur Behandlung von Gerstenkorn. Dabei muss aber besonders Acht gegeben werden, dass der Essig nicht ins Auge gelangt.

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Immunsystem stärken ist wichtig

Ein Gerstenkorn ist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem zu schwach ist. Dieses muss gestärkt werden. Eine vitaminreiche Ernährung ist ebenso wichtig, wie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Wichtig ist es auch, genug zu trinken. Täglich sollten es etwa zwei Liter Wasser sein. Dadurch werden Giftstoffe aus dem Körper gespült, ein Gerstenkorn tritt daher kaum mehr auf.

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