Die Augenkrankheit Schielen

Schielen ist auch unter dem Namen Strabismus bekannt. Je nach Ausprägung kann das Schielen mitunter auch eine Sehbeeinträchtigung mit sich bringen. Wenn der Strabismus besonders stark ausgebildet ist, kann das Auge Bilder nicht mehr übereinander legen, um damit das räumliche Sehen zu ermöglichen, sondern es entstehen sogenannte Doppelbilder. Grundsätzlich sind meist beide Augen von derselben Drehbewegung betroffen, demnach sind diese entweder nach innen oder nach außen gerichtet. Es gibt unterschiedliche Formen des Schielens.

Welche Formen des Strabismus gibt es?

Das latente, oder auch versteckte Schielen ist die Form, die am häufigsten anzutreffen ist. Meist zeigt sich der Strabismus nur dann wenn es zu einer Ermüdung der Augen kommt, weswegen eine Behandlung in den meisten Fällen nicht notwendig ist. Vor allem bei Müdigkeit oder nach Einfluss von Alkohol kann es zu dieser Strabismusform kommen.

Schielen, welches in den ersten Lebensjahren auftritt, bedarf allerdings sehr wohl einer Intervention. Diese Form wird auch als Begleitschielen bezeichnet. Werden die Schielformen beim Kind nicht möglichst rasch behandelt, kann dies weitgehende Folgen mit sich bringen. Nach und nach kann das nicht genutzte Auge eine Sehschwäche entwickeln, die ab einem gewissen Stadium nicht mehr korrigiert werden kann. Oftmals leiden Kinder an einer versteckten Form des Strabismus, was die Behandlung erschwert. Wenn das Schielen offensichtlich ist, kann rascher eine Behandlung einsetzen als bei einer latenten Form. Dennoch bildet das Auge auch bei einer leichten Form des Schielens eine Sehschwäche aus.

Die dritte Form des Schielens stellt das Lähmungsschielen dar. Diese Variante ist dann gegeben, wenn die Muskeln der Augen gelähmt sind und ihre ursprüngliche Stellung nicht mehr einnehmen können.

Was bedeutet schielen?

Beim Schielen kommt es zu einer Fehlstellung der Augen, wobei diese sowohl nach innen als auch nach außen gerichtet sein können. Meist sind Stellungsabweichungen in der horizontalen Achse zu verzeichnen, wobei auch alle anderen Achsen betroffen sein können. Bei Kindern kann ein unbehandelter Strabismus auch zu einer dauerhaften Sehschwäche und Sehstörung führen.

Ein schielendes Kind

Welche Ursachen kann das Schielen haben?

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Ursachen für den Strabismus. Meist handelt es sich um Augenfehlstellung, es kann aber auch das Ungleichgewicht des Augapfels der ausschlaggebende Grund dafür sein.

Das Begleitschielen hat meist zur Ursache, dass das Ungleichgewicht des Augenmuskeln nicht auf Dauer ausbalanciert werden kann. Die Bilder können dann nicht mehr zu einem verschmelzen, sondern die Betroffenen erkennen nur noch Doppelbilder. Die Ursache für diese Erscheinung konnte bisher nicht zur Gänze geklärt werden. Es wird allerdings angenommen, dass eine genetische Disposition hierfür mit verantwortlich sein dürfte. Viele Betroffene haben im näheren Verwandtenkreis ebenfalls Personen, die an einem Strabismus leiden.

Beim latenten Schielen ist die Fähigkeit Bilder miteinander verschmelzen zu lassen stark unterentwickelt, was sich in einigen Situationen wie Genuss von Alkohol oder bei Müdigkeit zeigt. Bei dieser Form des Strabismus schielen die Personen demnach nicht dauerhaft.

Welche Symptome kann es geben?

Die tragenden Symptome beim Schielen sind vor allem aufgrund der Fehlstellung der Augen begründet. Da beide Augen von der eigentlichen parallelen Stellung abweichen, blicken diese entweder nach unten oder nach außen. Es gibt auch Schielformen, bei denen die Augen nach innen gerichtet sind. Der Strabismus ist in alle erdenklichen Richtungen möglich, meist sind die Augäpfel allerdings nach innen oder nach außen gerichtet. Wenn die Augen nach innen gerichtet sind, ist auch von Strabismus convergens, wenn diese nach außen gerichtet sind, vom Strabismus divergens die Rede.

Mit dem Schielen können aber auch andere Symptome einhergehen, welche auch eine Sehbeeinträchtigung mit sich bringen können. Mögliche und meist typische Symptome, die sich beim Strabismus zeigen können sind

  • Die Augen zittern auch im Ruhezustand
  • Der Kopf wird von den Betroffenen oftmals schief gehalten
  • Es besteht eine Empfindlichkeit gegenüber Licht
  • Es können Kopfschmerzen auftreten
  • Viele Betroffene leiden zudem an Konzentrationsschwierigkeiten
  • Es kann sich eine Schwäche beim Lesen zeigen
  • Die Augen beginnen oftmals zu brennen
  • Betroffene müssen häufiger blinzeln
  • Hin und wieder kann sich auch eine Ungeschlichkeit beim Angreifen von Gegenständen zeigen, da die Betroffenen oftmals daneben greifen und die Dinge umstoßen

Die Symptome, die sich zeigen können, hängen auch immer von der Strabismusform selbst ab. Besteht ein latenter Strabismus zeigen sich die Symptome beispielsweise nur dann wenn es zu Ermüdung kommt. Hier können sich folgende Anzeichen erkennen lassen

  • Oftmals bekommen die Betroffenen in diesen Situationen auch Kopfschmerzen
  • Die Bilder werden verschwommen wahrgenommen
  • Die Betroffenen ermüden sehr rasch
  • Es zeigen sich Doppelbilder

Die Diagnose beim Schielen

Die Diagnose kann beim Schielen vor allem durch die Fehlstellung der Augen, aber auch durch die bereits aufgezeigten Symptome gestellt werden. Bei Kindern kann mittels einer Frühuntersuchung der Strabismus meist schon sehr früh erkannt werden. Neben Sehtests können auch orthoptische Tests zum Einsatz kommen. Vor allem der Ab- und Aufdecktest stellt bei der Diagnose ein wichtiges Instrument dar.

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Welche Therapie gibt es beim Strabismus?

Die Therapie ist vor allem von der Form des Strabismus und von der Stellung der Augen abhängig.

Beim Begleitschielen wird vor allem darauf abgezielt, dass eine kosmetisch zufriedenstellende Augenstellung, eine volle Schärfe des Sehens und Seheindrücke, die wieder zusammengeführt werden, erzielt werden können. Grundsätzlich wird vor allem bei Kindern in erster Linie auf eine konservative Methode gesetzt, um operative Eingriffe weitgehend verhindern zu können.

  • Der Einsatz von Brillen, wodurch eine Fehlsichtigkeit korrigiert werden kann
  • Eine Schulung der Fusion wobei es sich um das gezielte Training der Augen handelt, damit Doppelbilder korrigiert werden können
  • Eine Okklusionstherapie damit die einhergehende Sehschwäche behandelt werden kann. Hierbei wird stets ein Auge mittels Pflaster abgeklebt, damit das sehschwache Auge zum Sehen animiert wird. Bei dieser Therapie gibt es Zeitfenster, an die sich gehalten werden sollte

In schwierigen Fällen wird der Strabismus auch mittels Operation saniert. Diese Methode ist vor allem dann ratsam wenn der Schielwinkel des Auges bereits so stark ist, dass ein Sehen auf beiden Augen nicht mehr möglich wird. Auch wenn durch das Schielen eine seelische Belastung entsteht oder aus kosmetischen Gründen kann diese Methode zum Einsatz kommen. Bei Kindern wird dieser operative Eingriff nur unter Vollnarkose durchgeführt, Erwachsene hingegen unterziehen sich dieser Operation lediglich mit örtlicher Betäubung.

Die Behandlung beim Lähmungsschielen wird von der Ursache abhängig gemacht. Es gibt immer wieder Fälle, in denen sich dieser Strabismus auch ohne Therapie bereits nach einigen Wochen zurückbildet. Beim Lähmungsschielen ist leider nicht immer ein Grund zu finden. Wenn sich dieser Strabismus nicht zurückbildet, kann immer noch die sogenannte Prismabrille zum Einsatz kommen. Besteht das Schielen auch dann noch mehr als 6 Monate, kann immer noch eine operative Sanierung in Betracht gezogen werden.

Welchen Verlauf kann das Schielen haben?

Vor allem in den ersten Lebensjahren kann es beim Schielen zu einer Seh Beeinträchtigung und zu einer Sehschwäche kommen. Wird der Strabismus in jungen Jahren nicht behandelt, kann dies zur Folge haben, dass der Sehfehler nicht mehr korrigiert werden kann. Deswegen ist es auch so wichtig, dass das Schielen bereits im Vorschulalter erkannt wird. Je früher mit der Behandlung gegen den Strabismus begonnen wird, desto besser ist auch das Outcome. Idealerweise sollte bereits bei einem Baby mit 6 Monaten mit einer Behandlung begonnen werden, wenn sich schielende Augen abzeichnen.

Selbst wenn ein operativer Eingriff in Betracht gezogen wird, sollte stets bedacht werden, dass sich die Augenstellung auch nach der Sanierung wieder verändern kann. Das ist auch der Grund weswegen es bei operativen Methoden gegen Strabismus oftmals notwendig ist, dass mehrmals eingegriffen wird.

Welche Vorbeugemaßnahmen gibt es?

Das große Problem besteht darin, dass der Strabismus bei Kindern meist so schwach ausgebildet ist, dass er nicht sofort erkannt wird. Nur professionelle Untersuchungen können hier einen Einblick geben. Das ist auch der Grund weswegen es wichtig ist, dass Kinder im Alter von 30 bis 40 Monaten unbedingt einem Augenarzt vorgestellt und von diesem untersucht werden, selbst wenn sich keine Veränderungen der Augen wahrnehmen lassen. Oftmals kann das Schielen in jungen Jahren nur durch solch gezielte Untersuchungen diagnostiziert werden, und dann bestehen die besten Chancen, dass Kinder keine Schäden für die Zukunft bei ihrer Sehschwäche oder ihrer Funktion beim Sehen in Kauf nehmen müssen.

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